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Eingebrochen ins Eis: So befreit man sich - und andere


Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn

Auf dem See oder dem Teich hat sich eine Eisschicht gebildet? Gut, wenn die Vernunft jetzt stärker ist als die Verlockung, die Schlittschuhe hervorzukramen und sich auf das Gewässer zu wagen. 

Denn so einer Eisfläche kann man nicht ansehen, ob sie dick genug ist, um Menschen zu tragen, warnt Andreas Paatz, Bundesleiter der DRK-Wasserwacht. Auch mehrere Tage mit Minusgraden in Folge sind keine Garantie. «Man weiß einfach nie, wie das Wasser darunter aussieht, ob es vielleicht eine leichte Strömung gibt.» Sie verringert das Tempo, in dem ein Gewässer zufriert. 

Dazu kommt, dass die Eisdecke auf einem Gewässer nicht überall gleich dick ist. «Das Eis gefriert auf einem Gewässer von außen - also vom Ufer - zur Mitte hin», sagt Paatz. 

Es gibt grobe Richtwerte: Stehende Gewässer sind demnach ab einer Eisdicke von 15 Zentimetern sicher zum Betreten. Bei fließenden Gewässern sollten es mindestens 20 Zentimeter sein. Manche Kommunen lassen das Eis prüfen, beispielsweise von der Freiwilligen Feuerwehr. Ist es dick genug, wird das Gewässer freigegeben. Immer eine gute Idee daher: vor dem Betreten checken, ob es grünes Licht gibt. 

Warum ist ein Einbruch ins Eis so gefährlich? 

Wer einfach so eine Runde auf einem zugefrorenen Gewässer dreht, riskiert ein Einbrechen - und damit sein Leben. Gleich zwei Gefahren kommen dabei zusammen.

Erstens kommt es zu einer Unterkühlung, denn die Körperkerntemperatur sinkt im eiskalten Wasser gefährlich ab. Das ist an Armen und Beinen zuerst zu spüren, sie fühlen sich taub an. «Und das heißt: Es wird dann schwer, sich mit den Händen irgendwo festzuhalten», sagt Paatz. 

Innerhalb von Minuten kann so eine Unterkühlung zu Bewusstlosigkeit und einem Herz-Kreislauf-Stillstand führen. Dann kommt die zweite Gefahr ins Spiel: Wer sich nicht mehr bewegen kann, versinkt unter Wasser und ertrinkt. 

Besteht eine Chance, sich allein zu befreien? 

Durchaus, aber es ist schwer - und die Zeit läuft. Daher sollte man durch Rufen und Winken auf sich aufmerksam machen, damit Außenstehende den Notruf 112 wählen und helfen können. 

Ist man eingebrochen, übernimmt verständlicherweise erst einmal die Panik. Gut aber, wenn es gelingt, sich kurz zu sammeln und sich klarzumachen: Wildes Strampeln ist jetzt kontraproduktiv. «Bewegung im kalten Wasser fördert die Auskühlung weiter», sagt Andreas Paatz. 

Nun kann man probieren, sich aus der Lage zu befreien, «indem man das umgebende Eis in Richtung Ufer mit Händen und Unterarmen wegbricht», wie der Experte erklärt. 

Im besten Fall kommt man an einer Stelle an, an der sich das Eis nicht mehr wegbrechen lässt, also wieder stabiler ist. «Dann kann ich versuchen, mich in Bauch- oder Rückenlage langsam auf das Eis zu schieben. In der Position kann ich mich dann in Richtung Ufer bewegen», sagt der Experte der DRK-Wasserwacht. 

Wie handle ich richtig, wenn eine andere Person eingebrochen ist? 

Die erste Handlung: den Notruf 112 wählen. Und dann? «An vielen Gewässern, gerade in Kommunen, gibt es an den Ufern etwa den klassischen Rettungsring oder eine Rettungsstange», sagt Andreas Paatz. Sie kann man der eingebrochenen Person anreichen bzw. zuwerfen. Zur Not tun es auch ein stabiler Ast oder ein Kinderschlitten - was eben greifbar ist in dem Moment. 

Ob man sich für Rettungsaktionen selbst aufs Eis wagt, sollte man gut abwägen. Bricht auch Retter oder Retterin ein, ist niemandem geholfen. «Im Zweifel hilft es immer, die Auflagefläche zu vergrößern. Wenn man auf zwei Füßen auf dem Eis steht, hat man eine hohe Belastung auf einer geringen Fläche. Besser: sich hinlegen und voranrobben», sagt Paatz. 

Die eingebrochene Person hat Rettungsring oder Ast zu greifen bekommen? Sehr gut. Im besten Fall kann sie sich nun auf das Eis ziehen. Dann können sich alle Beteiligten, die sich auf dem Eis aufhalten, vorsichtig in liegender Position ans sichere Ufer schieben. 

Dort angekommen, ist wichtig, dass die eingebrochene Person nicht weiter auskühlt. Decken, Jacken und Mäntel helfen dabei, ebenso ein warmes Getränk wie Tee. Wenn möglich, sollte man die Person nach drinnen bringen und ihr dort die nasse Kleidung ausziehen.

Helferinnen und Helfer sollte dabei stets darauf achten, ob die Person ansprechbar ist. Hat sie das Bewusstsein verloren und zeigt keine normale Atmung, ist eine Herzdruckmassage angesagt. Sie sollte so lange durchgeführt werden, bis die Rettungskräfte übernehmen.


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(05.01.2026)


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